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Was kostet ein Hochzeits-DJ?

Was kostet ein Hochzeits-DJ?
Bild: ChatGPT (erstellt mit künstlicher Intelligenz)

In Online-Foren und in Facebook-Gruppen zum Thema Hochzeiten gibt es immer wieder Fragen zu den Kosten für einen Hochzeits-DJ. Die Antworten gehen sehr weit auseinander und liegen meist irgendwo zwischen 300 € und 3000 €. Damit ihr euch einen besseren Überblick verschaffen könnt, versuche ich mal zu beschreiben, was ihr in den unterschiedlichen Preisklassen ungefähr erwarten könnt. 

Zum Einstieg in dieses heiß diskutierte Thema sollten wir die Frage anders formulieren:  

Was muss ein DJ kosten? 

Ruft ein DJ eine Gage von 1.200 € oder mehr für eine Hochzeit auf, klingt das für Außenstehende meist nach wahnsinnig viel Geld. Dass Preise im vierstelligen Bereich aber völlig gerechtfertigt sein können, möchte ich euch mit folgenden Punkten zeigen:

Das durchschnittliche Netto-Monatsgehalt für Vollzeit-Angestellte in Deutschland liegt bei ca. 2.500 €. Unser Beispiel-DJ möchte ein kleines bisschen mehr und wünscht sich netto 2.750 € pro Monat. Davon kann man im Normalfall sorgenfrei leben und sich ab und zu auch mal was gönnen. 

Hier eine (stark vereinfachte) Beispiel-Rechnung für einen Monat mit voller Auslastung - also jeden Freitag und jeden Samstag ein Gig:

1️⃣ Nettoeinkommen + Fixkosten bestimmen

Der DJ will 2.750 € netto verdienen. Dazu kommen:

Krankenversicherung & Altersvorsorge: 1.500 €

Betriebliche Kosten: 2.000 €

Das ergibt ein benötigtes Einkommen nach Steuern von: 6.250 €

2️⃣ Bruttoeinkommen berechnen (vor Einkommenssteuer)

Der DJ zahlt Einkommensteuer (Steuerklasse 1).

Nehmen wir an, der Durchschnittssteuersatz liegt bei 30% (real kann er leicht variieren).

Um nach Steuern 6.250 € zu haben, muss das Bruttoeinkommen sein:

6.250×(1-0,3)=8.930 € (Ergebnis gerundet)

3️⃣ Umsatzsteuer draufrechnen

Da der DJ 19% Umsatzsteuer zahlen muss, ist der Gesamtumsatz (inkl. USt):

8.930×1,19=10.631 € (das ist der benötigte monatliche Umsatz)

4️⃣ Gage pro Gig berechnen

Der DJ hat 8 Gigs pro Monat, also muss jeder Gig mindestens kosten:

10.6318=1.329 € (inkl. USt)

5️⃣ Endergebnis: Benötigte Gage ohne & mit USt.

➡️ Zwischen-Fazit:
Ein Vollzeit DJ mit acht Buchungen im Monat, z.B. jeden Freitag und jeden Samstag, muss pro Buchung also mindestens 1.329 € umsetzen, um davon leben und Reserven fürs Alter bilden zu können. 

Obwohl der DJ an einem Abend also weit über 1.000 € einnimmt, entspricht sein monatlich verfügbares Einkommen am Ende in etwa dem eines Lehrers. Und das auch nur bei voller Auslastung mit zwei Buchungen am jedem Wochenende über das ganze Jahr, mit 50 bis 60 Stunden Arbeit pro Woche und praktisch ohne Schlaf und Freizeit am Wochenende.

Dabei trägt der DJ gleichzeitig noch sämtliche unternehmerischen Risiken und hat keine Einnahmen im Krankheitsfall oder bei höherer Gewalt. Ausserdem ist das Thema Urlaub in dieser Berechnung nicht berücksichtigt. Möchte der DJ wie ein Vollzeit-Beschäftigter fünf Wochen Urlaub im Jahr machen, müsste er seine Gage erhöhen, um den Verdienstausfall in der Urlaubszeit kompensieren zu können.  

Dann kommen noch saisonale Schwankungen dazu: Denn kaum ein mobiler DJ wird es schaffen, das ganze Jahr jeden Freitag und jeden Samstag gebucht zu sein. Klar: in den Monaten Mai bis September ist es durchaus möglich, zwei oder sogar mehr Buchungen pro Woche an Land zu ziehen, wenn man sich gut vermarktet und bereit ist, auch mal weitere Fahrten zu den Gigs auf sich zu nehmen.

Von Oktober bis April ist dann aber Sparen angesagt. Denn in dieser Zeit kommen bei den meisten DJs gerade so genügend Gigs rein, um die laufenden betrieblichen Kosten zu decken. 

Das bedeutet übrigens nicht, dass wir DJs in diesen schwachen Monaten auf der faulen Haut liegen: Marketing, Papierkram, Wartung der Technik, Lager entrümpeln, neue Musik suchen, üben, üben, üben... All das, wofür im Sommer keine Zeit bleibt, wird in der kalten Jahreszeit erledigt. Zudem liegt das Arbeitspensum im Sommer mit 50 bis 60 Stunden pro Woche weit über dem eines klassischen 9-5-Jobs. Das gleicht die geringere Auslastung im Winter wieder aus. Wir feiern quasi Überstunden ab. 

Berücksichtigen wir saisonale Schwankungen (nur 4 statt 8 Gigs pro Monat in der Nebensaison), ergeben sich folgende Werte:

1️⃣ Anzahl der Gigs pro Jahr berechnen


Der DJ arbeitet:

Gesamtzahl der Gigs pro Jahr:

40+28=68 Gigs pro Jahr

2️⃣ Gesamteinnahmen pro Jahr (vor Steuern und Kosten)

Der DJ braucht monatlich 8.930 € brutto (vor Einkommensteuer) (wie vorher berechnet).

Jährlicher Brutto-Bedarf:

8.930×12=107.160 € pro Jahr


Da das Geld mit 68 Gigs verdient werden muss:


Erforderliche Gage pro Gig (vor USt):

107.160/68=1.576 € netto

3️⃣ Umsatzsteuer (19%) on top

Die Gage inkl. 19% USt:

1.576×1.19=1.876 € pro Gig

Ergebnis: Neue Mindestgage pro Gig

➡️ Um sein Leben ganzjährig ähnlich wie ein Festangestellter mit vergleichbarem Monatsverdienst gestalten zu können, muss ein DJ seine Gagen also im Bereich knapp unter 1.900 € pro Auftritt ansiedeln. Und das geht auch nur bei einer wirklich hohen Auslastung von 68 Gigs pro Jahr.  Um in schlechten Zeiten (Wirtschaftskrisen, Pandemien etc.) abgesichert zu sein und auch mal ein paar Wochen frei nehmen zu können, muss der DJ dann noch mal zusätzliche 5-10% für Rücklagen kalkulieren.

2.000 € für einen Hochzeits DJ - auch wenn sie weh tun - sind keine Abzocke, sondern ein sauber kalkulierter und für beide Seiten fairer Preis der es einem Profi ermöglicht, von harter Arbeit auf hohem Niveau dauerhaft leben zu können.

Jetzt kommen wir aber zum eigentlichen Thema:

Was kostet ein DJ?

Dafür fasse ich für euch zusammen, was ihr in den einzelnen Preisklassen erwarten könnt:

Unter 500 €: Finger weg!

500 - 1000 €: Wundertüte

1000 - 2000 €: Erfahrener DJ inkl. Technik

Über 2000 €: Profi-Klasse

FAZIT:

Wie ihr seht, lässt sich die Frage nach den Kosten für einen Hochzeits-DJ nicht so einfach pauschal beantworten. Es gibt viele Faktoren, die beim Preis eine Rolle spielen. Verlasst euch deshalb nicht auf die Angaben von anderen Brautpaaren, ohne zu wissen welche Leistung sie für ihr Geld bekommen haben. Es ist doch klar, dass eine kleine Hochzeit mit 50 Gästen (2 Lautsprecher, wenig Licht, kurzer Aufbau) und 8 Stunden Spielzeit deutlich günstiger ist, als eine 12-Stunden-Feier mit 150 Gästen (4 Lautsprecher, viel Licht, langer Aufbau). Gerade die Dauer der Hochzeit und der Zeitaufwand für den Aufbau der benötigten Technik wirken sich erheblich auf den Preis aus. 

Ich hoffe, ich konnte euch einen nützlichen Überblick bieten. Natürlich handelt es sich hier nur um Beispiele. Es gibt sicher auch den einen oder anderen guten DJ, der für weniger als 500 € auflegt. Und es gibt bestimmt auch schlechte DJs, die vierstellige Beträge für einen Abend verlangen. Hört auf euer Bauchgefühl und forscht ein wenig nach. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob der DJ das bietet, was ihr braucht, ist es besser sich nach einer Alternative umzusehen. 

Denkt daran: Es geht um euren großen Tag - und den gibt euch niemand zurück, wenn etwas schief läuft. Der DJ hat einen sehr großen Einfluss auf die Stimmung an eurer Feier. Habt ihr einen DJ gefunden, bei dem ihr sicher seid, dass er zu euch passt, solltet ihr nicht über 200 € mehr oder weniger nachdenken, sondern bei knappem Budget lieber an anderer Stelle sparen. 

Mehr Tipps, wie ihr einen guten Hochzeits-DJ findet, habe ich hier für euch zusammengefasst. 

Ihr sucht einen DJ für eure Hochzeit? Ich lege in Freiburg, Lörrach, Basel und im Markgräflerland auf.

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