Das erste mal Auflegen seit Corona - so war's

Mein DJ Tisch im Pur Pur in Müllheim

Endlich wieder Auflegen! Das war mein erster Gedanke, als sich Jan vom Pur Pur in Müllheim bei mir meldete und mir den ersten Gig seit der Corona-bedingten Ausgangsbeschränkungen anbot. Natürlich habe ich sofort zugesagt, obwohl ich mir überhaupt nicht sicher war ob und wie das Ganze funktioniert. 

 

Entspannt, aber nicht langweilig

Gleich nach der Zusage habe ich damit gestartet, mir Gedanken über mein Set zu machen. Dabei musste ich Einiges beachten, denn die Umstände waren im Vergleich zu den meisten meiner bisherigen Gigs im Pur Pur doch etwas anders:

  1. Das Pur Pur hat einen schönen Biergarten, der schon vor dem Innenbereich geöffnet werden konnte. Dort haben ca. 50 Menschen Platz, wenn alle sitzen. Da sich die Location mitten in Müllheim befindet muss man bei der Lautstärke Rücksicht auf die Anwohner nehmen.
  2. Als DJ hat man immer leichtes Spiel, wenn es weniger Sitzplätze als Gäste gibt und viele Leute stehen. Aufgrund der Hygiene- und Abstandsregeln muss aber jeder Gast einen Sitzplatz haben. Tanzen ist also keine Option. 
  3. Viele der Grüppchen haben sich in dieser Konstellation seit März nicht gesehen. Sie haben sich viel zu erzählen und werden der Musik eher weniger Aufmerksamkeit schenken können und wollen. 

Für mich bedeutete das Folgendes:

  1. Bei der Musikauswahl beschränke ich mich auf entspannte Electro- und Lounge-Musik. Die passt super zu einem gemütlichen Sommerabend mit leckeren Cocktails und guten Freunden. 
  2. Da alle sitzen bleiben sollen, versuche ich, die Leute nicht zum Tanzen zu animieren. Ich verzichte also gänzlich auf das Spielen sogenannter "Floorfiller". Das sind Songs, die man als DJ verwendet, um die Tanzfläche zu füllen. Erfahrene DJs wissen, ob ein Song die Tanzfläche eher leeren oder füllen wird. Ich wollte (zwangsweise) eine leere Tanzfläche und habe das bei der Musikauswahl beachtet. 
  3. Bei der Laustärke habe ich darauf geachtet so laut zu sein, dass man die Musik auf dem ganzen Gelände hört. Mehr aber auch nicht, damit es keine Beschwerden von den Nachbarn gibt. Damit sich die Gäste an ihren Tischen gut unterhalten können, habe ich mich eines einfachen Tricks bedient: Ich habe über einen Equalizer die Frequenzen, in den sich die menschliche Stimme bewegt, künstlich leiser gemacht. So hört man die Musik zwar noch laut, muss sich aber beim Reden nicht anschreien. Das schont die Stimmbänder der Gäste und der Lärm für die Nachbarn wird zusätzlich reduziert.

 

Und so war's dann wirklich

Es hat riesig Spaß gemacht wieder auflegen zu können - trotz angezogener Handbremse. Die Stimmung war super und man hat den Gästen angesehen, dass sie froh waren, mal wieder einen entspannten Abend mit Freunden, Drinks und guter Musik verbringen konnten. Wenn niemand tanzt fehlt einem als DJ natürlich das direkte Feedback zur Musikauswahl, aber im Lauf des Abends kamen immer wieder Gäste zu mir, um sich für die tolle Musik zu bedanken. Musikwünsche gab es auch keine - das ist immer ein gutes Zeichen ;)

 

Aus Rücksicht auf die Anwohner haben wir die Musik dann um Mitternacht abgestellt. Von mir aus hätte es aber noch die ganze Nacht so weitergehen können!

 

Bonus: 10 Songs für einen entspannten Cocktailabend im Freien

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