Was tun, wenn die Technik streikt

Und plötzlich ist es ganz still. Ein Ausfall der Anlage ist der Horror für jeden DJ. Während die Augen aller Gäste auf einen gerichtet sind, versucht man hektisch den Lautsprechern wieder einen Ton zu entlocken. Grässliche Vorstellung oder? Dabei lässt sich der Ernstfall durch gute Planung und Vorbereitung ganz gut abfedern - im Idealfall sogar vermeiden. Meine Tipps:

 

1. Richtig packen:

Das fängt bei mir schon beim vorherigen Gig an. Im Gegensatz zu vielen Kollegen baue ich normalerweise direkt nach dem Gig ab. So vermeide ich, dass mein Equipment bis zum nächsten Morgen an der Location bei Putz- oder Aufräumarbeiten unbemerkt beschädigt wird oder versehentlich im falschen Kofferraum landet. Hierbei ist es mir wichtig, mit System vorzugehen. Zu jedem Teil der Anlage und sämtliches Zubehör gibt es eine vorgesehene Tasche oder Kiste. Dadurch habe ich beim Einladen für den nächsten Gig immer alles griffbereit und muss nicht drei mal kontrollieren, ob ich auch wirklich alle Schrauben, Kabel und Adapter eingepackt habe. 

 

2. Kommunikation und Sicherheit

Im Vorfeld kläre ich mit der Location ab, ob es in Sachen Haustechnik etwas zu beachten gibt. Ist genug Strom vorhanden? Wo ist der Sicherungskasten? Gibt es einen Feuerlöscher? Wo sind die freizuhaltenden Fluchtwege? All das sind Fragen, die einem im Ernstfall den A**** retten können. Außerdem ein paar Regeln, an die ich mich grundsätzlich halte:

  • Keine Getränke auf dem DJ Tisch
  • Keine (betrunkenen) Gäste hinterm Pult
  • Kabel nur am Rand des Raumes verlegen, an Durchgängen mit Kabelmatten verdecken und gut sichtbar Kennzeichen (Stolperfalle)
  • Technik so aufbauen, dass sie nicht überhitzt (genug Abstand zwischen einzelnen Teilen, Lüftungsöffnungen freihalten, Kabeltrommeln ganz abrollen...)
  • Bei Open Airs: Anlage vor Regen, Wind und direktem Sonnenlicht schützen

3. Hochwertiges Equipment

Geiz ist nicht geil. Ein durchgebrannter Billig-Adapter kann nicht nur dafür sorgen, dass kein Sound aus den Boxen kommt, sondern im Worst Case alle an ihm angeschlossenen, teuren Geräte nachhaltig beschädigen. Deshalb: lieber etwas mehr in Qualität investieren, auf Markenprodukte setzen, TÜV-Siegel suchen, spießig sein. ;) 

 

4. Backups

Damit meine ich jetzt nicht das Backup am Computer (auch wichtig), sondern einen Plan B für den Ernstfall. Bei mir sind das folgende Maßnahmen:

  • Ein iPad mit DJ-App und prall gefüllter Mediathek, das ich neben meinem Profi-Equipment immer an der Anlage angeschossen habe. So kann ich bei einem Ausfall meines Equipments in wenigen Sekunden mit dem iPad weiterspielen und in Ruhe nach dem Fehler suchen. 
  • Wichtige Kabel und Adapter doppelt einpacken und hinterm DJ-Pult deponieren. 
  • Einen zweiten Satz Lautsprecher einpacken. So bedeutet ein Defekt der Anlage nicht das Ende der Party.  

5. Soundcheck

Nach dem Aufbau teste ich die gesamte Anlage. Liefern alle Zuspieler (Laptop, Tablet, Plattenspieler, Sampler, Mikrofone...) ein sauberes Signal? Gibt es auf einem oder mehreren Lautsprechern Störgeräusche? Wenn alles ok ist lasse ich die Anlage ein paar Minuten bei voller Lautstärke laufen und kontrolliere, ob alle Lautsprecher dauerhaft einwandfrei funktionieren. 

 

6. In Ruhe arbeiten

Den Aufbau und den Soundcheck führe ich immer vor Beginn der Veranstaltung (d.h. bei leerem Saal) durch. Dadurch muss ich zwar früher an der Location sein, dafür kann ich aber in aller Ruhe arbeiten, störe niemanden (herumliegendes Material, Geräuschkulisse...) und habe im Notfall noch Zeit, defekte Teile zu ersetzen, ohne dass der Ablauf des Events beeinträchtigt wird. 

 

7. Termine teilen

Bleibt der Faktor Mensch. Für den Krankheitsfall habe ich ein Netzwerk mit anderen DJ-Kollegen. So findet jeder von uns im unwahrscheinlichen Fall eines Totalausfalls schnell einen passenden Ersatz-DJ. 

 

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